Die Pressemitteilung ist vermutlich das bekannteste PR-Werkzeug. Viele Startup Gründer:innen scheuen sich jedoch davor, diese zu schreiben, aus Angst, sie wirke nicht professionell. Doch keine Angst: Eine Pressemitteilung ist kein Hexenwerk! Sie folgt einem klaren Schema, welches du in 5 einfachen Schritten lernen & selbst umsetzen kannst!

1. Das richtige Thema für die Pressemitteilung finden

Stelle dir zunächst die Frage, ob du ein relevantes Thema mit Neuigkeitswert hast, welches sich für eine Pressemitteilung eignet! Denn sie ist bei weitem nicht immer die richtige Wahl, um Journalist:innen anzusprechen! In diesem Artikel erfährst du, wann sich eine Pressemitteilung lohnt, und wann eher ein reiner PR-Pitch.  

Typische News mit echtem Nachrichtenwert im Startup Kontext sind beispielsweise

  • Startup Launch
  • Finanzierungsrunde
  • Exit
  • Große Kooperation
  • relevante Personalmeldungen
  • Wichtige Awards

Wenn euer Startup zum Beispiel kurz vor dem Launch steht, kannst du eine Pressemitteilung dazu verfassen. 

2. Die Headline formulieren

Die Überschrift ist mit der Wichtigste Teil einer Pressemitteilung! Sie entscheidet darüber, ob die Journalist:innen die Meldung überhaupt lesen, oder nicht. Gib dir hiermit also besonders viel Mühe. 

Eine gute Headline

  • ist kurz & knackig (ca. 60 Zeichen)
  • konkret & informativ
  • nicht reißerisch oder werblich
  • hat idealerweise Relevanz zu einem aktuellen Thema (z.B. Corona, Klimakrise, Technik-Trends, etc.)
  • weckt Lust zum Weiterlesen

Ein Beispiel aus meiner Praxis: “Startup Dr. SAM launcht ersten Online Tierarzt in Deutschland”. Für Startups ist es auch üblich, mit dem Startup Namen zu beginnen und dann nach einem Doppelpunkt die Kernessenz des Textes zu erläutern. Zum Beispiel: “Dermanostic: Startup bringt Hautarzt aufs Handy”. 

3. Den Lead schreiben

Der “Lead” ist der erste Absatz der Pressemitteilung – und gleichzeitig der wichtigste. Hier solltest du alle wichtigen Informationen zu deiner Nachricht aufzählen. Als kleine Hilfestellung kannst du die W-Fragen (Wann? Wo? Wer? Was? Wie? Warum?) beantworten. Die Pressemitteilung sollte auch ohne jeden weiteren Absatz funktionieren und verständlich sein – dann weißt du, dass du die zentralen Kernaussagen im Lead richtig eingesetzt hast. 

4. Den Textkörper erstellen

Nach dem Lead folgen noch 1-2 weitere Absätze, in denen du Hintergrundinformationen, unterstützende Fakten, interessante Details und Zusammenhänge erläuterst. Hier könntest du zum Beispiel in 1-2 Sätzen die Gründungsstory erwähnen oder in einem Zitat erläutern, was die Motivation, Mission oder Vision eures Startups und Produktes ist. 

5. Die Boilerplate schließt die Pressemitteilung ab

Die Boilerplate (zu Deutsch auch “Abbinder”) ist eine kurze Darstellung des veröffentlichenden Unternehmens. Meistens leitet ein “Über XY” diesen Absatz ein. Die Boilerplate enthält die wichtigsten Fakten rund um das Unternehmen (z.B. Sitz, Gründungsdatum, Unternehmenssitz, Mitarbeitende), die Gründer:innen und die Kernkompetenzen. Optional kann sie auch etwas zur Mission des Unternehmens enthalten oder ein paar Daten zum Markt wiedergeben. Die Boilerplate sollte ca. 60-100 Wörter umfassen. 

Jetzt noch die Kontaktdaten der für die Presse verantwortlichen Person aus eurem Startup darunter und fertig ist die Pressemitteilung! 

Ein weiteres wichtiges Element beim Versenden von Pressemitteilungen ist aussagekräftiges Bildmaterial. Stellst du den Journalist:innen eine sinnvolle Auswahl direkt zum Download zur Verfügung (z.B. indem du den Link zum Press Kit oder Presseseite mitschickst), erleichterst du ihnen die Arbeit und sparst ihnen Zeit – was direkt gut ankommt! 

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Welche Medien kannst du anschreiben?

Egal ob für eine Pressemeldung oder den PR-Pitch: Hier habe ich eine Liste mit Startup-Medien und Gründer:innen-affinen Medien in Deutschland zusammengestellt, die dir für den Anfang eines eigenen Presseverteilers hilfreich sein können!

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Freebie: Startup-PR Fahrplan