Claude, ChatGPT und Co – KI ist auch in der PR kaum noch wegzudenken. Als Gründer:in bist gleichzeitig Produktentwickler:in, Kundenservice, Buchhalter:in und Marketer und vieles mehr. Wann soll da noch eine Pressemitteilung oder ein Konzept entstehen? Genau hier kommt KI ins Spiel. Nicht als Allheilmittel und nicht als Ersatz für deine eigene Stimme und Expertise – aber als echter Zeitsparer bei ganz konkreten PR-Aufgaben. In diesem Artikel zeige ich dir 8 Bereiche, in denen KI bei PR-Aufgaben unterstützen und so massiv Zeit sparen kann! Inklusive Prompts, die du direkt kopieren und ausprobieren kannst.
Ein wichtiger Hinweis vorab: KI-Texte sind immer Rohmaterial! Überarbeite alles, was die KI produziert, und pass es an deine eigene Stimme, deine echten Zahlen und dein Business an. Die KI denkt sich sonst gerne Details aus. KI ist eine super Inspirationsquelle oder Recherche-Helferin – aber nur DU bist der/die reale Expert:in auf deinem Gebiet und hast eine ganz eigene Persönlichkeit!
1. Brainstorming: Lasse die KI PR-Themen finden
Ein für Redaktinen spannendes Thema zu finden ist fast schon die schwierigste Aufgabe bei der Pressearbeit. KI ist hier ein super Brainstorming-Partner. Du gibst ihr deinen Kontext, und sie wirft dir Ideen zu, von denen du dann die besten weiterspinnst.
Prompt zum Ausprobieren: „Ich bin Gründerin eines Startups, das [kurze Beschreibung deines Produkts/Services] anbietet. Meine Zielgruppe ist [Zielgruppe]. Welche PR-Themen und Geschichten könnte ich Journalist:innen pitchen? Nenne mir 10 Ideen – von aktuellen Anlässen bis zu menschlichen Hintergrundgeschichten.“
Mein Tipp: Gib der KI möglichst viel Kontext über dein Business. Je mehr sie weiß, desto spezifischer (und nützlicher) werden die Ideen. Und frag ruhig nach: „Welche dieser Ideen passen am besten zu [aktuellem Trend X]?“
2. Themenplan füllen: Aktionstage und passende Anlässe recherchieren
Ein spannender Weg zu kostenlosen Medienerwähnungen: Sich an Aktionstage, Jahrestage oder saisonale Themen dranhängen. Der Tag der Nachhaltigkeit, der Weltfrauentag, der Tag des Handwerks – es gibt für so ziemlich jedes Startup einen relevanten Anlass. Das Problem: Die Recherche kostet Zeit.
KI kann dir diese PR-Aufgabe enorm erleichtern. Frag einfach:
„Ich betreibe ein Startup im Bereich [dein Thema]. Welche nationalen und internationalen Aktionstage, Gedenktage oder saisonalen Anlässe im [Quartal / Monat] könnten für meine PR relevant sein? Liste sie mit Datum und einer kurzen Erklärung, warum sie zu meinem Thema passen könnten.“
Wichtig: Überprüfe die Daten immer selbst – KI erfindet manchmal Aktionstage oder gibt falsche Daten an. Aber als erster Überblick ist das ein riesiger Zeitsparer.
3. Trendrecherche: Was bewegt gerade meine Branche?
Journalist:innen interessieren sich für Geschichten, die zu dem passen, worüber gerade alle reden. Wenn du weißt, was die Trends in deiner Branche sind, kannst du dich als Expert:in positionieren – und ganz nebenbei dein Startup als Lösungsanbieter. Auch für diese klassische PR-Aufgabe ist KI nützlich – besonders Perplexity, das mit aktuellen Webquellen arbeitet.
Prompt zum Ausprobieren (für Perplexity oder ChatGPT mit Websuche): „Was sind die 5 größten aktuellen Trends und Diskussionen in der [deine Branche]-Branche in Deutschland? Welche davon bieten Anknüpfungspunkte für PR-Pitch [dich und deine Expertise]?“
Formuliere aus den Vorschlägen dann PR-Pitches, in denen du dich als Expert:in z.B. für ein Interview anbietest.
4. Gesetzesänderungen & Co. im Blick behalten
Neue Gesetze, Regulierungen oder politische Entwicklungen sind oft Top-PR-Anlässe – besonders, wenn dein Startup in einem regulierten Bereich unterwegs ist (HealthTech, FinTech, Nachhaltigkeit, HR, …). Das Problem: Gesetzestexte lesen ist nicht jedermanns Lieblingsbeschäftigung.
KI kann dir helfen, solche Entwicklungen einzuordnen und schnell zu verstehen, was sie für deine Branche bedeuten.
Prompt zum Ausprobieren: „Das neue [Name des Gesetzes / der Regulierung] tritt [Datum] in Kraft. Fasse in einfachen Worten zusammen, was sich ändert und was das für [deine Zielgruppe / Branche] bedeutet. Welche PR-Anknüpfungspunkte ergeben sich daraus für ein Startup wie meins, das [kurze Beschreibung] macht?“
Das Ergebnis kannst du als Grundlage für einen Gastbeitrag, ein LinkedIn-Posting oder einen Medien-Pitch nutzen. Du wirst zur Einordnungsinstanz – und das ist in PR Gold wert.
5. Einen PR-Pitch vor-formulieren lassen
Der PR-Pitch – also die kurze E-Mail, mit der du Journalist:innen auf deine Geschichte oder Expertise aufmerksam machst – ist eine der schwierigsten PR-Disziplinen. Er muss auf den Punkt sein, relevant wirken und Neugierde wecken. Und das alles in 5-7 Sätzen.
KI ist hierbei kein perfekter Pitch-Schreiber, aber ein sehr guter Entwurfshelfer. Gib ihr alle relevanten Infos und lass sie einen Rohentwurf erstellen – den du dann auf deine Stimme und den spezifischen Journalisten zuschneidest.
Prompt zum Ausprobieren: „Schreib einen kurzen PR-Pitch (max. 250 Wörter) für eine Journalistin beim [Medium], die über [Themenbereich] schreibt. Mein Startup [Name] bietet [Beschreibung]. Das aktuelle Aufhänger-Thema ist [aktueller Anlass/Trend]. Die Geschichte, die ich pitchen möchte: [deine Idee]. Tonalität: professionell, aber persönlich.“
Mein ehrliches Urteil: Der erste Entwurf der KI klingt oft noch zu generisch. Aber er gibt dir eine gute Grundstruktur, die du dann mit deinen echten Zahlen, einem persönlichen Einstieg und dem Namen der Journalist:in individualisierst.
6. Einen Entwurf für eine Pressemitteilung schreiben lassen
Ja, KI kann Pressemitteilungen schreiben. Und ja, die ersten Entwürfe sind oft erstaunlich solide – wenn du ihr genug Infos gibst. Der klassische Fehler: Man tippt „Schreib eine Pressemitteilung über mein Startup“ und wundert sich über einen nichtssagenden Text. Je mehr Input, desto besser der Output.
Prompt zum Ausprobieren: „Schreib eine Pressemitteilung für folgendes Startup-News: – Startup-Name und Kurzbeschreibung: […] – Die News: [z.B. Produktlaunch, Funding, Kooperation, Award] – Datum und Ort: […] – Wichtigstes Zitat von Gründer:in: [dein echtes Zitat] – Zielmedien: [z.B. Startup-Medien, Lokalmedien, Fachpresse] – Tonalität: [sachlich, dynamisch, etc.] Strukturiere die PM klassisch mit Headline, Lead-Absatz (Wer, Was, Wo, Wann, Warum), Hauptteil, Zitat und Boilerplate.“
Was du danach unbedingt noch tun musst: echte Zahlen und Fakten einfügen, das Zitat auf dich personalisieren (KI-Zitate klingen nie wie echte Menschen) und die Headline überarbeiten. Aber der Anfang ist gemacht – und das ist meist die größte Hürde!
7. Social-Media-Posts aus PR-Inhalten ableiten
Du hast eine Pressemitteilung geschrieben oder einen Gastbeitrag veröffentlicht? Glückwunsch! Aber hast du diesen Content auch schon auf LinkedIn, Instagram und Co. verteilt? Das wird oft vergessen – obwohl ein guter PR-Inhalt leicht 5-10 weitere Social-Media-Posts ergeben kann.
KI hilft dir bei diesem Schritt!
Prompt zum Ausprobieren: „Ich habe gerade diese Pressemitteilung / diesen Gastbeitrag veröffentlicht: [Text einfügen oder zusammenfassen]. Erstelle daraus: 1. Einen LinkedIn-Post (ca. 150 Wörter, professionell aber persönlich) 2. Einen Instagram-Caption (ca. 80 Wörter, etwas lockerer, mit Aufruf zur Interaktion) 3. Eine kurze Teaser-Mail für meinen Newsletter (ca. 60 Wörter)“
So wird aus einer PR-Maßnahme gleich ein ganzes Content-Paket. Das ist Content Recycling at its best – und KI macht es in Minuten.
8. Feedback zu eigenen Texten einholen
Das ist vielleicht der unterschätzteste Anwendungsfall: KI als kritischer Leser deiner eigenen PR-Texte. Bevor du eine Pressemitteilung rausschickst oder einen Gastbeitrag einreichst – lass die KI drüberschauen. Nicht zum Umschreiben, sondern zum Hinterfragen.
Prompt zum Ausprobieren: „Ich bin Journalistin bei einem deutschen Startup-Medium. Ich bekomme täglich Dutzende PR-Pitches. Hier ist mein Pitch / meine Pressemitteilung: [Text]. Was überzeugt dich? Was würdest du sofort löschen? Was fehlt, damit ich diese Geschichte wirklich spannend finde? Sei ehrlich und kritisch.“
Die Perspektivübernahme funktioniert bei KI überraschend gut. Du bekommst oft Feedback, das dich daran erinnert, was Journalist:innen wirklich interessiert – und was nicht. Das ist wie ein kostenloser Probelauf, bevor du auf Senden drückst.
KI für PR-Aufgaben nutzen – mein Fazit
Die meiner Meinung nach größten Fehler, die du machen kannst, sind, KI entweder gar nicht zu nutzen oder ihr blind zu vertrauen. Die goldene Mitte ist: KI für PR-Aufgaben wie Rechercheassistentin, Sparringspartnerin oder Entwurfshelferin nutzen, dann mit deiner eigenen Expertise, deinen echten Zahlen und deiner Persönlichkeit veredeln. Das spart Zeit und macht trotzdem gute PR.
Hast du schon einen dieser Prompts ausprobiert? Oder gibt es PR-Aufgaben, bei denen du noch nicht weißt, wie KI helfen könnte? Schreib es in die Kommentare!

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